Archiv der Kategorie 'Analyse'

Internet in Gefahr?

Es könnte so pauschal formuliert werden: „Das Internet ist in Gefahr“. Interessant wird die Frage aber eigentlich erst, wenn der Fokus darauf gerichtet wird, was da gefährdet wird und wodurch. Spiegel-Online hat eine interessante, bei WIRED geführte Debatte aufgegriffen, die sich damit auseinandersetzt wer künftig, dass Web regiert: das Kapital vs. die User. Statt auf einige andere Sachen, die da auch verzapft werden, will ich aber auf die Fokussierung eines Problems eingehen, die eine größere Gefahr verdeckt. (mehr…)

Die Schuld der „Schmarotzer“

Will man „Leistungsträger“ sein, dann identifiziert man sich am besten mit der FDP. Und als „Leistungsträger“ ist die Ausbeutung das dringlichste Politikum. Warum? Ja, weil gerade diejenigen, die den „Fortschritt“ der Gesellschaft ausmachen, vom Vertreter der „Sozialschmarotzer“ ausgepresst werden: dem Sozialstaat: Pfui! (mehr…)

Spitzelwettbewerb

Wie der Spiegel vor einer Woche schrieb hat die „DDR hat nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) auch nach dem Mauerfall am 9. November 1989 die Post ihrer Bürger überwacht.“ Doch meine Gewissheit darüber, welches eigentlich das gute und welches das böse Deutschland war, ist trotzdem erschüttert. Denn dies hier musste ich kürzlich im Tagesspiegel lesen: „‚Es ist davon auszugehen, dass Postsendungen aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober kontrolliert wurden.‘ Formal gültig war die Verordnung laut Bundesregierung sogar bis zum 31. Dezember 1991.“ Woran darf ich noch glauben?

Einsatz von Web 2.0 in Unternehmen und Arbeitsverhältnisse

Richard Heigl schreibt in der ak vom November zu den Fragen: Was verändern Web 2.0-Technologien in Unternehmen? Können sie alte Hierarchien aufbrechen und emanzipatorische Konfliklinien hervorrufen? Inwieweit stehen mögliche Veränderung im Widerspruch bestehenden Verhältnissen, an denen festgehalten wird: hierarchische Verhältnisse, das Kapitalverhältnis, der Primat von finanziellem Kapital?

Diese Fragen überschneiden sich thematisch mit dem Kommentar, den ich zur Soziokratie geschrieben habe. Zeilen wie diese klingen dann ganz ähnlich wie das, was ich zur Soziokratie geschrieben habe:

Über Web 2.0-Technik können Vergemeinschaftungsprozesse initiiert werden, wobei sich MitarbeiterInnen wieder als Teil des Unternehmens fühlen und die Interessen des privatwirtschaftlichen Unternehmens mit den persönlichen Interessen in eins setzen.

Doch geht der Artikel vor darin über meinen Kommentar hinaus, dass er die Perspektive auf neue Konfliktlinien wirft (nennt sich das eine operaistische Perspektive). Er ist aber auch für die allgemeine Frage danach interessant, ob und wie technische Entwicklungen fortschrittlich sind: nur für die Mehrwertproduktion oder auch für die Lohnabhängigen.

Gedankenfusel zu einem Soziokratie-Video

Mit dem Begriff der Gouvernementalität betont Foucault also zweitens die besondere Machtform Regierung, wie sie in der modernen Gesellschaft ihre Wirkung entfalte. Diese Regierung sei gekennzeichnet durch das Zusammenwirken von äußerer Fremdführung und Disziplinierung einerseits und innerer Selbstführung, Selbstdisziplin und Selbstmanagement der Individuen andererseits.

Ich bin gerade auf ein Video (*klick*) gestoßen worden und dachte mal, dazu ein paar Gedanken hier hinfließen zu lassen. (mehr…)