Celikates‘ Bourdieu-Kritik im Gespräch

Im Rahmen des Bildungsstreiks 2009 in Frankfurt am Main wurde ein Gespräch mit Robin Celikates organsiert. Darin stellt er seine damals frisch publizierte Dissertation vor, in der er u. a. eine Form der Herrschaftskritik problematisiert, für die er Bourdieus kritische Soziologie anführt und ausführt. In der Plenumsdebatte gehen die SprecherInnen dann auch auf die Analyse des Konflikts zwischen den Studierenden und dem Präsidium wegen der damaligen Räumung des Präsidiums ein, in Anschluss an die sich Robin Celikates in einer Erklärung auch mit den Studierenden solidarisiert hat.

Robin Celikates setzt sich in seiner Arbeit Kritik als soziale Praxis mit dem Verhältnis von kritischer Theorie und AkteurInnen auseinander und wirft der Bourdieuschen Konzeption dieses Verhältnisses, und zwar der des Bruchs, ein Reflexionsdefizit vor. Bourdieu gegen diesen Vorwurf zu verteidigen — und da würde ich mich wahrscheinlich in die Reihe derer einordnen, die Celikates als die Bourdieu-AnhängerInnen bezeichnet — provoziert aber einige sehr interessante Fragen, die Bourdieu auf diese Weise meines Wissens tatsächlich nicht… und vielleicht ja auch mit Gründen nicht gestellt hat.

Deswegen, aber auch wegen des erfrischenden Sprechstils von Robin Celiktes und der interessanten und viele Punkte ansprechenden Diskussion, kann ich das Gespräch wärmstens empfehlen ;-)